von Stepahnie Holzer.

Ob im Fernsehen oder im Netz,… egal wo wir hinsehen, schockierende Bilder und Nachrichten von lebensbedrohlichen Kriegen und Naturkatastrophen begleiten uns tagtäglich. Schreckensmeldungen und ihre Bilder sind ständig präsent in unseren Köpfen. Selten bleibt dabei die Berichterstattung objektiv. Die Bilder aus den „klassischen“ Medien sowie auch jene, die wir mittlerweile vermehrt über Facebook oder Twitter geteilt bekommen, rauschen in einer unendlichen Geschwindigkeit und ungreifbaren Masse an uns vorbei. „Vorbeirauschen“ – ein Stichwort, welches unsere radikal veränderte Wahrnehmung beschreibt.

#Fragen
Wie beeinflussen Katastrophen und ihre Darstellung unser Leben?
Wo werden Katastrophen wie vermittelt?
Welche Vorstellungen haben wir von Katastrophen?
Welches Verhalten, welche Emotionen zeigen Menschen während einer Katastrophe?

Aus der Perspektive der Jugendlichen zeigen diese Arbeiten, wie das Thema Katastrophen medial und künstlerisch inszeniert werden kann. Die nachfolgenden Interpretationen der Werke stammen von mir.

#DieSeuche #Vergiftung #SucheGegenmittel #Scared #Geldgier
Wir leben jetzt und sollten bewusst mit Wasser umgehen. Wenn wir das nicht tun, könnte diese fiktive Geschichte zur Wirklichkeit werden. Eine mögliche Metapher wäre auch das Problem der „geldgierigen“ Großkonzerne. Die Privatisierung von Wasser stellt eine große Gefahr dar.

#DieletzteHoffnung #DigitaleAnimation #Comicstrip #Umweltverschmutzung #Folgen #Mutation #Kampf #Tod
Luft- und Umweltverschmutzung schaden nicht nur der Natur, sondern auch dem Menschen. Falls wir nichts an unserem Verhalten ändern, könnten wir sterben.

#HorrorschaumverwüstetKleinstadt #fake #Reportage #albanischerNachrichtensender #Manipulation
Man sollte nicht immer alles glauben, was in den Nachrichten gesagt wird. Wichtig ist es sich mit den dargebotenen Informationen genauer zu beschäftigen und sich eine eigene Meinung zu bilden.

#OhneTitel #Acryl #Mischtechnik #Katastrophensituationen #Passanten #Filme #Fotos
Anstatt schaulustiges Verhalten an den Tag zu legen, sollte man lieber Hilfe leisten.

#unterschiedlicheHerangehensweisen #Ergebnisse #Partnerschulprojekt #Klasse8a #MittelschuleIchostraße

In Kooperation mit dem Lenbachhaus haben sich die 23 Schüler_innen zwei Wochen lang viele Fragen zum Thema Katastrophen gestellt, sich intensiv mit ihnen auseinandergesetzt und eigene Vorstellungen in künstlerische Arbeiten übersetzt. Unterstützt wurden sie hierbei von ihrer Klassenlehrerin Claudia Rominger, der Künstlerin Mirja Reuter und der Leiterin der Kunstvermittlung am Lenbachhaus Martina Oberprantacher.

Als Grundlage für ihre Überlegungen und somit als Praxis der künstlerischen Forschung dienten Expertengespräche mit der Feuerwehr München, Online-Recherchen, Referate und Interviews mit PassantInnen. Die daraus entstandenen Arbeiten waren im Rahmen der Veranstaltungsreihe FACTS & FICTION vom 31. Juli bis 13. September 2015, im Lenbachhaus ausgestellt.

In den Werken wird der Katastrophenbegriff häufig mit dem Tod assoziiert. Unterschiedlich reale Katastrophen wurden bis zur Fiktion weiterentwickelt. So etwa bei „Die letzte Hoffnung“. Hier mutieren die Menschen aufgrund von Luft- und Umweltverschmutzung zu Zombies und sterben schließlich.

Trotzdem war es den Schüler_innen wichtig, den Bezug zur Realität zu bewahren, um so ihren Standpunkt glaubhaft zu vermitteln und die Besucher_innen zum Nachdenken anzuregen. Dies ist ihnen durch die Ergebnisse dieser zwei Wochen harter Teamarbeit auf jeden Fall gelungen. Mit verschiedenen Medien und Formen der bildnerischen Darstellung, wie wir sie aus Nachrichten, Filmen oder Comics kennen dienten den SchülerInnen als Experimentierfeld. Auffallend ist, dass alle Jugendlichen bei der künstlerischen Umsetzung auf moderne Gestaltungsmöglichkeiten zurückgriffen. Dabei waren Video und Fotografie ein bevorzugtes Medium.Um ihre Vorstellungen und Gedanken authentisch darzustellen, war die Verwendung einer unterschiedlichen Sprachästhetik nötig. Die Sprache unterscheidet sich in den Projekten sehr. So ist zum Beispiel die des Kurzfilms von Hollywoodfilmen geprägt, die der Mitteilung zum Horrorschaum von realen Nachrichtensendungen.

Das Feedback der projektbeteiligten Schüler_innen macht deutlich, dass es wirklich wichtig ist, sich mit Zukunftsvorstellungen auseinanderzusetzen, sich kritisch mit Bildproduktion und Informationsfluss zu beschäftigen und sich eine eigene Meinung zu bilden.
Durch die aktive und intensive Auseinandersetzung konnten sie ihren Blick auf unsere Welt und Umwelt auf neue Weisen schärfen und das gemeinsame künstlerische Arbeiten im Team erproben.

Stephanie Holzer ist Studentin am Institut für Kunstgeschichte der LMU und war Praktikantin in der Abteilung für Kunstvermittlung am Lenbachhaus.

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