von Claudia Denk.

Sammeln – Ausstellen – Forschen sind wichtige Aufgaben von Museen und Stiftungen, so auch der Christoph Heilmann Stiftung. Seit 2013 ist die stiftungseigene Sammlung zur frühen Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts fester Bestand der Städtischen Galerie im Lenbachhaus. Sie ist die langjährige Frucht der Sammeltätigkeit des Kunsthistorikers, Landschaftsspezialisten und ehemaligen Referenten der Neuen Pinakothek Christoph Heilmann.

Nachdem sie für zwei Jahre im Lenbachhaus in einer umfassenden Präsentation zu sehen war, geht sie ab 2016 auf Reisen. Ihr erstes Reiseziel ist das Museum Schloss Moyland bei Kleve, das – berühmt für seinen Bestand an Arbeiten von Joseph Beuys – inmitten eines weiträumigen Parks gelegen ist. In diesem wunderbaren Naturraum werden die intimen Landschaftsbilder der Stiftung mit der umfangreichen Sammlung früher fotografischer Naturstudien des Münchner Stadtmuseum zusammen kommen. Der Landschaftsraum des Schlossparks und das wieder aufgebaute neugotische Schloss erweisen sich als idealer Ort für dieses Münchner „Gipfeltreffen“.

Das Abseitige und Unberührte der heimischen oder fernen Landschaften, der Ebenen oder Gebirgslandschaften sowie die Phänomene des steten Wechsels von Licht- und Wetterverhältnissen weckten um 1800 das Interesse der Landschafter und schon bald auch der Fotografen. Bei ihrem Aufbruch in die Natur befruchteten sie sich gegenseitig. Die Naturmotive aus dem Repertoire der Landschaftsmaler wiesen den Fotografen den Weg. Gleichzeitig halfen die Naturfotografien den ins Atelier zurückgekehrten Malern bei der Erinnerungsarbeit an der Staffelei.
Ganz im Sinne der einst Europa erfassenden Reiselust wird die Sammlung früher Landschaften nun mobil, zunächst innerhalb Deutschlands und zukünftig auch in England und Frankreich. Über die Ländergrenzen hinweg entstanden im 19. Jahrhundert Künstlerfreundschaften, enge Lehrer-Schülerbeziehungen und fruchtbare Konkurrenzen. Die Gemälde der reisenden Künstler gehen nun selbst auf Reisen. Sie gehen dabei neue Kooperationen ein, die wechselnde Aspekte auf ihre Entstehung, Inhalte und historischen Kontexte werfen werden.

Claudia Denk ist Kuratorin und Geschäftsführerin der Christoph Heilmann Stiftung

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