von Kathrin Frosch.

Als mir vor vielen Monaten die wunderbare Aufgabe anvertraut wurde, mit Karin Althaus ein Ausstattungskonzept für die Florine Stettheimer Ausstellung zu entwickeln wusste ich eigentlich so gut wie nichts über diese großartige Künstlerin.

Material wurde zusammengetragen, recherchiert, ihre Kunst von vielen verschiedenen Seiten beleuchtet. Ich war und bin begeistert. Inspiriert. Von der Vitalität und femininen Wucht der Bilder, ihres Werkes und ihrer Räume bin ich tief beeindruckt . Wie sie ihr Werk inszeniert hat. Und so kristallisierte sich immer deutlicher heraus, mit welchen Mitteln wir arbeiten wollten. Immer wieder dieses typisch kräftige Rot. Schnell war klar, dass diese Farbe für die Ausstattung im Kunstbau ein unverzichtbarer Bestandteil sein würde. Als roter „Laufsteg“ im Zugangsbereich, bei den Sitzinseln…

Dann ihre inszenierten Interieurs und schließlich ihre Theaterarbeit.
Für mich als Bühnen- und Kostümbildnerin ist es eine wahre Freude ihre Figurinen zu betrachten. Dieser Mut, so ungewöhnlich zu gestalten, collagiert aus oft prächtigen Stoffen zusammengesetzt, verspielt und immer noch modern.

Und ihre Bühnenbilder. Der Umgang mit Cellophan. Ein zu Florine Stettheimers Zeiten noch ganz neuer Werkstoff, Verpackungsmaterial und völlig untypisch für Innenräume. Ich bin fasziniert davon, wie großzügig sie mit diesem damals aufregend neuem Material Aushänge drapiert hat, ihre Räume damit unterteilt und atmosphärisch verändert hat. Und ihn schließlich auch großflächig und imposant in ihren Bühnenbildern eingesetzt hat. Davon angeregt haben wir Folienaushänge im Kunstbau eingerichtet, um neben der Grundarchitektur eine an ihre Salons erinnernde Raumwirkung entstehen zu lassen. Dazu die roten Sitzinseln, um zum Verweilen einzuladen und die Möglichkeit zu bieten sich auf die Welt von Stettheimer einzulassen.

Noch ein Motiv hat sich immer wieder aufgedrängt, so dass es seinen Platz in der Ausstellungsgestaltung fand: die Blume. Ob oft groß fast poppig in ihren Gemälden, oder silbern fast wie galvanisiert wirkend (und auch manchmal aus Cellophan) in Vasen in ihren Räumen dekoriert – immer wieder die Blumen. So entstand die Grundidee für die Blumenskulptur, die in Übergröße und spiegelnd umgesetzt werden sollte.

Die Auseinandersetzung mit Florine Stettheimer war und ist für mich eine große fantastische Entdeckungsreise. Danke dafür.

Kathrin Frosch ist Kostüm- und Bühnenbilderin und studierte Theatre Design an der Slade Academie of Fine Art in London. ?Seit 1994 ist sie freiberufliche Künstlerin für Film, Fernsehen und Theater, und arbeitete u.a. am Staatstheater Hannover, Staatstheater Stuttgart, Thalia Theater Hamburg, Konzerttheater Bern, Maxim Gorki Theater Berlin und Deutschen Theater Berlin, Schauspiel Leipzig, Schauspiel Köln, Oper Basel und Schauspiel Frankfurt.

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