von Jonna Gaertner.

In unsere Reihe „Köpfe im Lenbachhaus“ haben wir größtenteils mit MitarbeiterInnen gesprochen, die seit vielen Jahren am Lenbachhaus tätig sind und dieses sehr gut kennen. In der Fortführung der Reihe möchten wir Ihnen unsere MitarbeiterInnen vorstellen, die neu hinzugekommen sind und unser Haus bereichern. Seit 1. September 2014 ist Stephanie Weber als neue Kuratorin für Gegenwartskunst am Lenbachhaus.

Liebe Frau Weber, wo waren Sie die letzten Jahre tätig?
Nach mehreren Stationen in Europa, unter anderem in Berlin, Bordeaux und Paris, habe ich in den vergangenen viereinhalb Jahren am Museum of Modern Art in New York im Bereich Medienkunst und Performance gearbeitet.

Das hört sich sehr spannend an. Welche Projekte haben Sie nachhaltig beeindruckt, welche Zusammenarbeiten sind Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben?
Es gab wirklich viele tolle Projekte: der vietnamesisch-amerikanische Künstler Dinh Q. Lê installierte 2010 neben einer Videoarbeit auch einen Hubschrauber, den die zwei Landwirte Tran Quoc Hai und Le Van Danh in jahrelanger Kleinstarbeit per Hand gebaut hatten. Eine Wahnsinnsgeschichte! Durch diese Zusammenarbeit verwandelte sich ein ursprüngliches Kriegsgerät zu einem Objekt der Selbstbestimmung und des Friedens. Toll war auch die Zusammenarbeit mit Mark Boulos. 2012 haben wir seine Videoarbeit All That Is Solid Melts Into Air, die vom Ölkonflikt im Nigerdelta handelt, gezeigt. Als Fan Isa Genzkens war es ein Traum, mit der Künstlerin an ihrer US-amerikanischen Retrospektive zu arbeiten, die letztes Jahr am MoMA eröffnet wurde. Beim Aufbau ihrer Arbeiten dabei zu sein, war unvergesslich. Nicht nur inhaltlich, sondern auch organisatorisch, war dieses Projekt sehr anspruchsvoll. Etwa 80% der Leihgaben kamen aus Europa.

Von New York, dem „Zentrum der Welt“ in das „größte Dorf der Welt“, München – was hat Sie dazu bewegt, diesen Schritt zu tun?
Der Hauptgrund war schon das Jobangebot des Lenbachhauses. Eine Kuratorenstelle für Gegenwartskunst an einem renommierten deutschen Haus – das schlägt man natürlich nicht einfach aus. Außerdem war ich neugierig auf München und es gab auch ein Bedürfnis, wieder in Europa zu leben.

Waren Sie schon einmal zuvor im Lenbachhaus? Wenn ja, welche Erinnerungen haben Sie daran, was haben Sie sich angesehen?
Das erste Mal muss ich in den späten Neunzigern im Lenbachhaus gewesen sein. Ich weiß noch, dass ich mich von den Kopfstudien Alexej von Jawlensky’s kaum noch losreißen konnte.

Können und wollen Sie uns vielleicht schon verraten, woran Sie die nächsten Monate arbeiten werden? Auf welche Kooperationen und Projekte können wir uns freuen?
Das ist bislang noch ein Geheimnis. Es gibt mehrere Ideen, die wir momentan im Team besprechen und aufeinander abstimmen. Bald mehr!

Jonna Gaertner ist Mitarbeiterin im Bereich Kommunikation am Lenbachhaus und u.a. für Social Media und die Website des Hauses zuständig.

 

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