von Trang Vu Thuy.

Bereits lange vor der großen Wiedereröffnung des Lenbachhauses im Mai letzten Jahres stand 2012 offiziell fest, dass Matthias Mühling zum Jahreswechsel 2013/ 2014 die Nachfolge von Helmut Friedel antreten wird. Fast zehn Jahre war Matthias Mühling als Kurator und Sammlungsleiter für den Bereich Gegenwartskunst am Haus tätig und tat sich stets mit überzeugenden Ausstellungen hervor. Dabei setzte er klare Akzente und richtete die Aufmerksamkeit auf zuweilen sehr unkonventionelle Themen, wie z.B. in der Ausstellung „Kraftwerk. 3-D Video-Installation“ (2011) und zeigte Künstlerinnen und Künstler, wie Maria Lassnig (2010) und Willi Doherty (2008/ 2009). Der Erfolg seiner vergangenen Ausstellungen gibt ihm recht. Die Verknüpfung von Populärkultur, Medien, Kunst und Diskurs – man könnte es auch als Blick über den Tellerrand bezeichnen – ist bei Matthias Mühling Programm.
Auch in Zukunft wird er ein Konzept für das Lenbachhaus anstreben, dass sich zwar weiterhin den Kernstücken der Sammlung, wie die Kunst des Blauen Reiter, widmet und verpflichtet. Gleichwohl wird Matthias Mühling mit kommenden Schauen die Aufmerksamkeit stärker auf weniger kanonische Künstlerinnen und Künstler der Moderne lenken und durch themenbezogene Ausstellungen neue Impulse setzen. So stellte er gestern zur Jahrespressekonferenz erstmals als neuer Direktor des Lenbachhauses das Ausstellungsprogramm für das Jahr 2014 vor.

Im März wird das Lenbachhaus in Kooperation mit Munich Re zunächst eine Gruppenausstellung unter dem Titel „PLAYTIME“ zeigen. Eine Ausstellung, die sich mit dem Thema Arbeit befasst und die sich einer Vielzahl an künstlerischen Positionen ab den 1960er Jahren und der Gegenwart widmet. Der Blick richtet sich dabei nicht nur auf die bekannten Gattungen in der Kunst, sondern vielmehr soll der Versuch unternommen werden – neben den Arbeiten bekannter Künstlerinnen und Künstler, wie Francis Alÿs, Mel Bochner, Monica Bonvicini, Andrea Fraser, Martha Rosler u.v.m. – auch Verknüpfungen zur Popkultur herzustellen.

Im Anschluss wird das Lenbachhaus ein wiederkehrendes Highlight, die Installation „Untitled (For Ksenjia)“ von Dan Flavin, ausstellen – eine Arbeit, die 1996 als großzügige Schenkung von Heiner und Philippa Friedrich in die Sammlung des Hauses gelangte. In Kooperation mit Joint Adventure wird Dan Flavins raumgreifendes Werk – ungleich bisheriger Präsentationen – von einer Tanz- und Performance-Reihe begleitet und auf diese Weise ganz neu erfahrbar werden.

Parallel zur Sonderausstellung im Kunstbau wird es ab Juli Veränderungen in der Schausammlung des Lenbachhauses geben. Der Sammlungsbereich Neue Sachlichkeit wird unter dem Titel Menschliches Allzumenschliches“ neben bedeutenden Werken der eigenen Sammlung wichtige Arbeiten von George Grosz sowie Otto Dix präsentieren.

Für Herbst diesen Jahres ist zudem eine Retrospektive der Künstlerin Florine Stettheimer geplant, deren Werke erstmals im Lenbachhaus und außerhalb der USA zu sehen sein werden. Mit ihrer Kunst prägte sie Andy Warhol und Marcel Duchamp widmete ihr eine Ausstellung im Museum of Modern Art in New York. Florine Stettheimer war eine der schillerndsten Figuren der New Yorker Kunstszene in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und liefert mit ihrem eigenwilligen Stil und spannenden Œuvre eine neue Perspektive auf die Kunst der Moderne.

Trang Vu Thuy ist Volontärin in der Abteilung für Kommunikation in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München

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