Unter der Leitung Helmut Friedels wurden aber auch die Positionen der in München lebenden Künstler in besonderer Weise berücksichtigt, indem Werke von Jerry Zeniuk, Urs Lüthi, Angelika Bader, Dietmar Tanterl, Peter Vogt, Sabine Groß, Olaf Metzel, Stephan Huber, Alf Lechner, Beate Passow, Nikolaus Gerhart, Alfons Lachauer, Franka Kaßner und Albert Hien und vielen anderen in die Sammlung aufgenommen wurden.
Für den Sammlungsbereich Blauer Reiter seien als wichtigste Erwerbungen der Zubovsky-Platz (1916) von Wassily Kandinsky, das große Gemälde Im Zimmer (Frau in Weiß) von 1913 von Gabriele Münter, gemeinsam erworben mit der Ernst von Siemens-Kunststiftung, Welke Blumen (1910) und Eiserne Brücke (1911) von Alexander Kanoldt, Via della Galluzza (1907) von Pierre Girieud, Häuser mit Turm (1911) von Albert Bloch, eine Komposition (1908) von Adolf Hölzel, eine Zeichnung von Mossej Kogan und eine Lithographie von Franz Marc genannt.
Der Sammlungsbestand der Kunst des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts konnte um Werke von Max Joseph Wagenbauer, Moritz von Schwind, Wilhelm Gail, Hans Thoma, Wilhelm Leibl, Lovis Corinth, Ernst Kaiser oder Gustav Seitz ergänzt werden. Für den Bereich der Neuen Sachlichkeit sei vor allem das Gemälde U-Boot-Krieg/Verlorene Erde (1938/39-1960) von Franz Radziwill erwähnt,das mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder erworben werden konnte. Darüber hinaus kamen Arbeiten u.a. von Karl Hofer, Josef Scharl und Georg Schrimpf hinzu.

Weitere Neuerwerbungen ermöglichte der unter Helmut Friedels Leitung 1993 gegründete Förderverein Lenbachhaus e.V.. Bis heute konnten mit seiner Hilfe insgesamt 24 Kunstwerke zum Beispiel von Dan Flavin, Lucio Fontana, Vera Lutter, Norbert Kricke, Cerith Wyn Evans, Keith Sonnier, Gerhard Richter, Michael Wesely für die Sammlung des Lenbachhauses angekauft werden. Zusätzliche Unterstützung erfährt das Lenbachhaus von der 1992 anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Deutschen Bank Filiale München ins Leben gerufenen Jubiläumsstiftung der Deutschen Bank zugunsten des Lenbachhauses in München. Sie ermöglichte seitdem u.a. den Erwerb von Skulpturen von Ulrich Rückriem, Raimund Kummer, Per Kirkeby und Isa Genzken und half bei den Ankäufen der Werke von Anselm Kiefer. Zudem unterstützte sie die Umsetzung der ersten beiden Installationen von Jeppe Hein und Michael Sailstorfer auf dem Museumsplatz. Mit der finanziellen Hilfe der Ernst von Siemens-Kunststiftung konnten darüber hinaus die beiden Bilder Flusslandschaft,1774 von Ferdinand von Kobell und Bildnis der Frau des Künstlers, 1901 von Oskar Zwintscher in die Sammlung des Lenbachhauses aufgenommen werden. Es halfen aber auch zahlreiche größere und kleinere Schenkungen von Künstlern, Galeristen, Privatpersonen und Stiftungen der Städtischen Galerie im Lenbachhaus über die ihr zur Verfügung stehenden Mittel hinaus, große Sammlungslücken zu schließen. So schenkte der Münchener Künstler Rupprecht Geiger (1908-2009) anlässlich seines 90. Geburtstages am 26. Januar 1998 dem Lenbachhaus zehn seiner wichtigsten frühen Bilder aus den 50er und 60er Jahren. Nachdem Rupprecht Geiger im Jahr 2009 im hohen Alter von über 100 Jahren verstorben war, erhielt das Lenbachhaus darüber hinaus eine große Anzahl von Druckgraphiken sowie ein frühes Aquarell aus dem Nachlass des Künstlers. Neben der Rauminstallation Neues Rot für Gorbatschow verfügt das Lenbachhaus damit über eine sehr umfangreiche Sammlung des für München bedeutenden Malers. Rupprecht Geiger, der die Farbe als das Wesentliche seiner Malerei bezeichnet, zählte nach dem Krieg zu den jungen Kräften in München, die in dem durch das Dritte Reich und den Krieg zerstörten Deutschland mit einer abstrakten Farbfeldmalerei an der Kunst Wassily Kandinskys und Paul Klees wieder anzuknüpfen suchten. Gemeinsam mit Willi Baumeister, Fritz Winter, Rolf Cavael u.a., die ebenfalls in der Sammlung des Lenbachhauses vertreten sind, gründete Rupprecht Geiger 1949 die Künstlergruppe ZEN ´49, die in einem eigenen Manifest ihre Positionen gegen eine gegenständliche Kunst klar formulierten.
Es folgte im Jahr 2000 die Schenkung von sieben Gemälden und zehn Zeichnungen des Malers Hans Hofmann (1880–1966) aus unterschiedlichen Epochen durch die Hans und Maria Hofmann Stiftung aus New York. Hans Hofmann hatte in München und Paris studiert und 1915 in München eine eigene Kunstschule gegründet. Ausgangspunkt für seine Malerei bildeten, ebenso wie später bei Rupprecht Geiger, die Kunsttheorien Wassily Kandinskys.
Darüber hinaus kam ein bedeutendes Konvolut an Bildern von Adriaan Korteweg durch eine Schenkung aus Privatbesitz in die Sammlung des Lenbachhauses. Zwei wichtige frühe Gemälde von Georgia O`Keeffe stiftete die Georgia O`Keeffe Foundation in Abiquiu, New Mexico.

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