Während der gepflasterte Platz für diese wechselnden Ausstellungen ausreichend Raum bot, konnten auf den Grünflächen Skulpturen aus der Sammlung des Lenbachhauses von Max Ernst, Fritz König, Nikolaus Gerhardt und Raimund Kummer aufgestellt werden. Außerdem erhielten die Leuchtstelen von Dan Flavin, die vom Künstler als Verbindungslinie zwischen Lenbachhaus und Kunstbau konzipiert wurden, durch die Neuordnung des Platzes eine deutlich erkennbare Funktion und Wirkung, die bei der früheren Gestaltung des Platzes und dessen Verkehrsführung nicht gegeben war. Während der Generalsanierung des Lenbachhauses wurde der Museumsplatz als Ausstellungsort allerdings wieder aufgegeben und zu einem repräsentativen Vorplatz umgestaltet, über den seit Wiedereröffnung im Mai 2013 der Hauptzugang zum Museum erfolgt. Die Stelen von Dan Flavin haben durch diese erneute Umgestaltung in ihrer leuchtenden Wirkung deutlich gewonnen und leiten die Besucher über den dadurch klar erkennbaren Weg von einem Museumsgebäude zum anderen und zurück.

Zwischen Juni 2005 und Januar 2011 betreute das wissenschaftliche Team des Lenbachhauses unter Helmut Friedel außerdem den Ausstellungsraum KUBUS im Petuelpark. Dieser war Teil des Kunstprojekts Petuelpark, das entwickelt wurde, um die ungewöhnliche Parkanlage auf dem damals neu entstandenen Tunnel des Petuelrings für die Anwohnerinnen und Anwohner attraktiv zu machen. Das Konzept wurde von dem Münchner Künstler Stephan Huber entwickelt und sieht vor, dass sich im Petuelpark unterschiedliche künstlerische Einzelpositionen zu einem komplexen Gesamtbild addieren. Ein Café bildet das Herzstück des Parks und ist Treffpunkt für die Bewohner, aber auch Ort der Begegnung mit Kunst und Künstlern. Dort wurden temporäre Kunstaktivitäten unter dem Titel Montags bei Petula Park durchgeführt. Das Programm dafür verantwortete Stephan Huber, Veranstalter war die Städtische Galerie im Lenbachhaus, die in Ergänzung auch den Ausstellungsraum im Untergeschoss, der so genannte KUBUS, betreute. Der KUBUS wurde als regelmäßiger, rechteckiger Galerieraum konzipiert und setzt sich auf diese Weise bewusst mit den architektonischen Traditionen und den Präsentationskonventionen des White Cube auseinander. Ein Anliegen des Ausstellungskonzeptes war deshalb der ortsspezifische Bezug der Präsentationen im KUBUS. Diese sollten nach Möglichkeit eigens für den Raum entwickelt werden und bewusst auf dessen Architektur Bezug nehmen. Insgesamt wurden 16 Ausstellungen für den KUBUS vom Lenbachhaus gemeinsam mit den jeweils ausgewählten Künstlern geplant und realisiert, darunter Olafur Eliasson, Stephan Huber, Liam Gillck, Jenny Holzer, Dan Flavin u.a..

In direkter Verbindung mit dem Ausstellungsprogramm im Lenbachhaus, im Kunstbau und auch auf dem Museumsplatz standen unter der Leitung Helmut Friedels in den 90er Jahren bis heute zahlreiche Neuerwerbungen. Die enge Wechselbeziehung zwischen der Sammlung des Hauses und dem Ausstellungswesen sollte sich zunehmend bestimmend auf die Entscheidungsfindung bei Neuerwerbungen auswirken, das heißt die Ausstellung wurde zum Instrument der Sammlung sowie umgekehrt, die Sammlung zum Ausgangspunkt der Ausstellungsplanung. Im Bereich der internationalen zeitgenössischen Kunst konnten bedeutende Arbeiten und zum Teil ganze Werkgruppen von Ellsworth Kelly, Jeff Wall, Robert Morris, Sean Scully, Enzo Cucchi, Michelangelo Pistoletto, Maurizio Nannucci, Ken Lum, Tony Cragg, Christian Boltanski, On Kawara, Matt Mullican, Per Kirkeby, James Coleman, Dan Graham, Erwin Wurm, Olafur Eliasson oder Ilya Kabakov, wie auch von Pia Stadtbäumer, Harald Klingelhöller, Stephan Balkenhol, Katharina Sieverding, Thomas Demand, Franz Gertsch, Isa Genzken und Anselm Kiefer angekauft werden, um nur einige Namen zu nennen. Besonderes Gewicht hatte die Erwerbung des Atlas von Gerhard Richter 1996, der bis heute vom Künstler immer wieder durch weitere Bilder, Fotografien und Collagen ergänzt wurde und inzwischen einen Umfang von über 800 Tafeln hat. Von ebenfalls herausragender Bedeutung war der anlässlich der Wiedereröffnung des sanierten Lenbachhauses gelungene Ankauf der Installation vor dem Aufbruch aus Lager I (1970/80) von Joseph Beuys. Er war mit Hilfe zahlreicher privater Spenden und finanzieller Unterstützung der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, der Kulturstiftung der Länder, der Siemens Kunst-Stiftung und der Landesstelle nichtstaatlicher Museen in Bayern möglich geworden und markiert einen weiteren wichtigen Meilenstein in der Sammlungsgeschichte des Lenbachhauses, der darüber hinaus die großzügige Schenkung von Lothar Schirmer von weiteren 15 Beuys-Plastiken aus verschiedenen Werkphasen des Künstlers folgte. Damit ist die Kunst von Joseph Beuys zu einem weiteren Sammungsschwerpunkt des Lenbachhauses herangewachsen, dem im neu eingerichteten Lenbachhaus der ganze erste Stock des Südflügels gewidmet ist.

Seiten: 1 2 3 4 5 6 7 8

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.