von Trang Vu Thuy.

Am Dienstag, 22. Oktober, fand die feierliche Eröffnung der Sonderausstellung „Gerhard Richter: ATLAS MIKROMEGA“ mit mehr als 500 Gästen im Kunstbau der Städtischen Galerie im Lenbachhaus statt. Am Rednerpult begrüßte zunächst Hans-Georg Küppers, Kulturreferent der Landeshauptstadt München, die zahlreichen Eröffnungsgäste und betonte die Bedeutsamkeit von Gerhard Richters „Atlas“ als eines der wichtigsten Objekte in der Sammlung des Lenbachhauses, aber auch die enge Verbundenheit des Künstlers zum Haus sowie der Stadt München. Da „Gerhard Richter: ATLAS MIKROMEGA“ die letzte Ausstellung des derzeitigen Direktors Helmut Friedel ist, der Anfang nächsten Jahres sein Amt an Matthias Mühling übergeben wird, hob Herr Küppers nochmals die besondere Leistung Helmut Friedels seit mehr als 36 Jahren für die Kulturlandschaft Münchens und im Speziellen für das Lenbachhaus hervor. Im Anschluss führte Direktor Helmut Friedel in das Konzept und die Inhalte der Ausstellung ein, die sich auf die in den Atlas-Tafeln zum Ausdruck gebrachten Raumvisionen Gerhard Richters fokussiert. Erstmals zu sehen sind insbesondere Werkgruppen zu „Olympia 1972“, zum „Reichstag“ (1997), zu den „Domfenstern“ (2006) sowie zu der Serie „Strip“ (2012). An ihnen wird die künstlerische Strategie Richters deutlich, mit der er sich an monumentale Bilddimensionen heranarbeitet. Helmut Friedel zeigt den „Atlas“ in seiner letzten Ausstellung als einen seiner bedeutendsten Ankäufe, der zu einem zentralen Bestandteil der Sammlung geworden ist. Seiner Überzeugung nach müsse das Museum im Unterschied zu einem reinen Ausstellungshaus im Fokus seiner Überlegungen immer die eigene Sammlung haben. Daran zu arbeiten und sie konsequent auszubauen erscheine ihm als die zentrale und schönste Aufgabe an der Tätigkeit für ein Museum.

Der „Atlas“ ist ein Werk, das sich seit 1996 im Besitz des Lenbachhauses befindet. Dank der Hilfe Gerhard Richters ist er seither um 200 Tafeln angewachsen und umfasst mittlerweile 802 Tafeln. Er visualisiert auf eine einzige Art und Weise den künstlerisch-biographischen Werdegang des Künstlers und versammelt Richters facettenreiche Bildideen und künstlerische Auseinandersetzung mit bestimmten Motiven, persönlichen, gesellschaftlichen sowie politischen Themen. Der „Atlas“ besteht aus etwa tausend Skizzen, Collagen, Fotografien und Zeitungsausschnitten, die zu motivischen und thematischen Bildblöcken zusammengefügt sind. Der Titel MIKROMEGA (griechisch: klein-groß) soll den dialogischen Aspekt, der im „Atlas“als Kunstwerk vorherrscht, zum Ausdruck bringen und nimmt Bezug auf Voltaires Schrift „Micromégas – eine naturphilosophische Erzählung“ von 1752, in der über die relative Größe der Wirklichkeit spekuliert wird.

Mit dem festlichen Auftakt ist die Schau „Gerhard Richter: ATLAS MIKROMEGA“ nun eröffnet und im Kunstbau der Städtischen Galerie im Lenbachhaus bis zum 9. Februar 2014 zu sehen. Auf der Homepage können Sie ab sofort tägliche Führungen durch die Ausstellung reservieren.

Gerhard Richter: ATLAS MIKORMEGA
23. Oktober 2013 – 9. Februar 2014
Der Kunstbau befindet sich im Zwischengeschoss der U-Bahnstation Königsplatz
Lenbachhaus München, Luisenstr. 33, 80333 München

Trang Vu Thuy ist Volontärin in der Abteilung für Kommunikation in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München

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