von Trang Vu Thuy.

Fünf Buchempfehlungen zu Gerhard Richter
Unsere Ausstellung „Gerhard Richter: #ATLAS MIKROMEGA“ wird demnächst am 23. Oktober 2013 eröffnet und bis zum 09. Februar 2014 im Kunstbau der Städtischen Galerie im Lenbachhaus zu sehen sein.

Das enzyklopädische Werk, welches seit 1996 im Besitz des Lenbachhauses ist, setzt sich aus einer Vielzahl von Fotografien zusammen, darunter Reproduktionen und Ausschnitte von Fotografien sowie Illustrationen, die zu Bildblöcken gruppiert sind. Die Tafeln entstehen parallel zum übrigen Werk Richters und enthüllen so eine strukturierte Analyse seines faszinierenden Bildkosmos. Die kommende Ausstellung wird um 16 neue Tafeln erweitert und markiert zugleich den Abschluss seiner Arbeit.

Zur Einstimmung in die Ausstellung und das Werk Gerhard Richters empfiehlt Jens Paller aus der Buchhandlung Walther König im Lenbachhaus fünf seiner Favoriten:

1. Gerhard Richter: Sinbad, Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2010.
Hier widmet sich Gerhard Richter der gleichnamigen Bildserie von Hinterglasmalereien, die mit der Erzählung Sindbad der Seefahrer aus Tausendundeine Nacht zusammengebracht werden. Die abstrakten Bilder der Sindbad-Serie sind zu Paaren zusammengefügt und entsprechen dem Originalformat der Arbeiten. Die hochglänzenden Abbildungen, die von Texten der einzelnen Reisen Sindbads in regelmäßigen Abständen unterbrochen werden, lassen die Qualität der Hinterglasmalerei sichtbar werden.

2. Gerhard Richter. Atlas, Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2006.
Für die überarbeitete und aktualisierte Ausgabe hat Gerhard Richter selbst eine neue Präsentation konzipiert, in der jede Tafel ganzseitig abgebildet ist und auf diese Weise ihren autonomen Wert entfalten kann. Das Buch zeigt den Atlas mit 783 farbigen Tafeln und enthält einen Essay von Helmut Friedel, dem derzeitigen Direktor des Lenbachhauses.

3. Gerhard Richter Bücher, Schriften des Gerhard Richter Archiv Dresden, Bd.1, Verlag Staatliche Kunstsammlungen Dresden 2013.
Die Transkription zweier ausführlicher Gespräche, die Hans Ulrich Obrist mit Gerhard Richter zu seinen autonomen Künstlerbüchern geführt hat. Neben einem einleitenden Text von Dieter Schwarz gibt Richter zu 21 Titeln konkrete Informationen über Anlass, Konzept, Technik, Entstehung sowie Lieblingsbücher.

4. Gerhard Richter. Patterns. Divided, Mirrored, Repeated, Heni Publishing, London/ Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2012.
Der Untertitel dieses Künstlerbuches verrät bereits etwas über das Werk. Gerhard Richter zerlegt hier das Bild Abstract Painting [CR: 724-4] von 1990 zunächst in zwei, dann in immer kleinere Teile und Sektionen, spiegelt und wiederholt den jeweilige Part vertikal über die querformatige Doppelseite. Es entstehen kaleidoskopartige, arabeske Muster und Formen, die immer kleinteiliger werden und letztendlich in einfache farbige Linien übergehen. So offenbart der Künstler durch die Skalierung abstrakte Strukturen und formale Gesetzmäßigkeiten, die seinem ursprünglichem Werk, welches durch Gestik und Überrakelung letztendlich zufällig entstand, völlig abzugehen schienen.

5. Gerhard Richter. 100 Bilder, Hatje Cantz Verlag, Ostfildern-Ruit 2005.
Nach einer allgemeinen Einführung in das frühe Werk Gerhard Richters gibt die Buch einen Überblick über sein Schaffen von 1993 bis 1996. Neben überwiegend abstrakten Arbeiten ist ein Zyklus von acht Bildern kleineren Formats von intimem, privatem Charakter entstanden. Autobiografische Elemente hat Richter schon in früheren Jahren verwendet, doch treten sie verstärkt in dieser Folge von Motiven auf, die, verschleiert oder durch Spachtelhiebe „gefährdet“, in madonnenhafter Attitüde seine junge Frau Sabine mit Kind zeigen. Der vom Künstler selbst gestaltete Band wird mit ganzseitigen farbigen Abbildungen zu einem außergewöhnlichen Zeugnis zeitgenössischer Kunst.

Alle Bücher sind auch im Museumsshop des Lenbachhauses erhältlich: www.webshop-lenbachhaus.de/, sowie über die Buchhandlung Walther König: http://www.buchhandlung-walther-koenig.de/

Trang Vu Thuy ist Volontärin in der Kommunikationsabteilung der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München.

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