von Katrin Dillkofer, Paula von der Heydt und Esther Rapoport.

Der Einstieg in die Museumsarbeit gelingt – wie vor allem aus den journalistischen Berufen bekannt – häufig über ein Volontariat. Die Arbeitsbereiche im Museum sind dabei sehr vielfältig: sie führen über die Kernaufgaben eines Museum – dem Sammeln, Bewahren, Dokumentieren und Forschen – zum Vermitteln, Verwalten oder zur Öffentlichkeitsarbeit.
Der Deutsche Museumsbund beschreibt das wissenschaftliche Volontariat im Museum als eine „geeignete Form der übergreifenden qualifizierenden Weiterbildung für Hochschulabsolvent/en/innen für die Arbeit im Museum (..)1“. Dabei ist es allerdings eher mit einem Trainee-Programm zu vergleichen als mit einer Berufsausbildung und soll der umfassenden Qualifizierung für die komplexen Aufgaben und Arbeitsgebiete in einem Museum dienen.
Am Lenbachhaus sind seit Sommer letzten Jahres drei Volontärinnen in verschiedenen Arbeitsbereichen beschäftigt. So gibt es das klassische wissenschaftliche Volontariat im kuratorischen Bereich, ein Volontariat im Restaurierungsatelier und eines in der Abteilung für Kommunikation.
Heute gewähren Euch die drei jeweils einen kleinen Einblick in ihre tägliche Arbeit:

Katrin Dillkofer ist seit August 2012 wissenschaftliche Volontärin am Lenbachhaus:
„Als wissenschaftliche Volontärin gewinne ich einen umfassenden Einblick in alle Vorgänge und Arbeitsweisen an einem Museum. Neben der inhaltlichen Arbeit, die mir bereits von meinem Studium und der Promotion vertraut ist, sind es vor allem organisatorische Dinge, die für das Zustandekommen einer Ausstellung wichtig sind. Ein Sinn für das Pragmatische ist hier ausdrücklich erwünscht. Am Lenbachhaus arbeite ich eng mit Matthias Mühling zusammen, der den Sammlungsbereich der Kunst nach 45 kuratiert. Momentan fordert die Wiedereröffnung im Frühling alle Kräfte. Wir beratschlagen uns und probieren anhand eines Modells aus, welche Arbeiten bei der Neupräsentation im Lenbachhaus und Kunstbau gezeigt werden sollen. Diese Entscheidungen müssen frühzeitig getroffen werden, weil der Aufbau nicht ohne die Hilfe der Restauratoren und des Betriebsdienstes geschehen kann. Ein ausgefeilter Terminplan ist zwingend notwendig. Darüber hinaus verfasse ich Texte, welche die Besucher über einzelne Werke, Werkgruppen oder Künstler informieren. Es gehört auch zu meinen Aufgaben, die korrekten Werkdaten für die Bildbeschriftungen zusammenzutragen.“

Paula von der Heydt ist seit August 2012 Volontärin in der Kommunikationsabteilung:
„Das Volontariat in der Kommunikationsabteilung gestaltet sich von seinen Aufgabenbereichen her sehr vielfältig und es wird angestrebt, alle Stationen während der zwei Jahre zu durchlaufen.
Dazu gehört zum einen die klassische Pressearbeit, also unter Anderem das Vorbereiten von Pressekonferenzen, das Zusammenstellen von Pressematerial, den Kontakt zu Journalisten und das Pflegen von Medienpartnerschaften. Auch das Betreuen von Pressereisen fällt in diesen Bereich und dabei auf die unterschiedlichsten Persönlichkeiten aus aller Welt zu treffen ist eine tolle und spannende Aufgabe.
Den zweiten große Teil macht das Marketing aus: hier dreht sich mittlerweile auch im Museum viel um Social Media. Ein gut durchdachter und informativer Facebook-Auftritt ist heute so selbstverständlich wie eine funktionale und ansprechend gestaltete Website. Die Möglichkeiten sind hier beinahe unbegrenzt – Twitter, Pinterest, APPs und so weiter. Hier gilt es, strategisch zu überlegen, welche Medien man tatsächlich konzentriert und zielgerichtet bedienen und welche Zielgruppen man damit ansprechen möchte. Unter den Bereich Marketing fallen aber auch die guten alten Drucksachen, ohne die auch 2013 kein Museum auskommt. Diese vorzubereiten, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hauses die Inhalte zusammen zu stellen und die Gestaltung durch eine externe Agentur zu koordinieren, kann hin und wieder aufreibend sein, ist aber um so schöner, wenn das fertige Ergebnis dann vor einem liegt oder einem in der Stadt in Form von Plakaten begegnet.
Einen dritten Bereich machen die etlichen Kooperationen aus, die ein Museum in besten Fall rund herum in allen möglichen Weisen entwickeln und durchführen kann. Sich auch hier immer wieder auf’s Neue Gedanken zu machen, Menschen mit Konzepten zu überzeugen und am Ende erfreuliche und erfolgreiche Zusammenarbeit zu schaffen, rundet die Vielfältigkeit der Kommunikationsarbeit ab.“

Esther Rapoport absolviert seit Mitte September ein Volontariat im Restaurierungsatelier des Lenbachhauses:
„Das Volontariat in der Restaurierungsabteilung am Lenbachhaus bietet die wunderbare Gelegenheit das Haus und die Sammlung kennenzulernen. Es ist ein toller Ort um das in langjährigem Studium erworbene Wissen anzuwenden und zu erweitern. Als Volontärin wird man in die Arbeit der Abteilung sofort vollständig mit einbezogen und an den täglichen Aufgaben wie dem Ausstellungsauf- und abbau, Restaurierungsprojekten an Werken der Sammlung und Veranstaltungen für die Öffentlichkeit beteiligt.
Dabei ist es ein Privileg, über die täglichen Aufgaben hinaus, Zeit für Weiterbildung und Nachforschungen zu nutzen sowie Vorgehensweisen und Entscheidungen mit den Restauratoren des Hauses zu diskutieren.
Es ist ein besonders glücklicher Umstand, dass die Neueröffnung des Lenbachhauses unmittelbar bevorsteht- einen besseren Zeitraum für ein Volontariat hätte es nicht geben können!“

1 Deutscher Museumsbund (2009): Leitfaden für das wissenschaftliche Volontariat am Museum. S. 4

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