von Isabelle Jansen.

Die Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung wurde durch eine testamentarische Verfügung Gabriele Münters (1877-1962) und ihres späteren Lebensgefährten, Johannes Eichner (1886-1958), ins Leben gerufen. Die 1966 rechtsfähig gewordene Stiftung verwaltet den Nachlass der Malerin, der nicht nur Kunstwerke und Schriftstücke, sondern auch ihr Haus in Murnau umfasst. Durch umfangreiche Renovierungs- und Umbauarbeiten wurde das Münter-Haus 1999 in seinen ehemaligen Zustand von vor dem ersten Weltkrieg zurückversetzt und dem Wunsch Münters entsprechend zu einer Gedenkstätte ihrer und der Kunst Kandinskys umgewidmet.

Die Forschungsprojekte der Stiftung, die zu Publikationen und Ausstellungen führen, tragen zu einem besseren Verständnis der Kunst Münters und Kandinskys bei. 2007 erschien ein Band mit bis dahin unveröffentlichten Manuskripten Kandinskys aus dem Centre Georges Pompidou in Paris und aus der Stiftung („Wassily Kandinsky. Gesammelte Schriften 1889-1916“). Sonderausstellungen im Münter-Haus zeigen die Ergebnisse der wissenschaftlichen Bearbeitung des Münter-Nachlasses. So konnten die Perlenstickereien und Textilarbeiten Kandinskys und Münters zum ersten Mal in einer umfassenden Präsentation ausgestellt werden. Bei der aktuellen Ausstellung „Die blaue Reiterei stürmt voran.“ Bildquellen für den Almanach Der Blaue Reiter. Die Sammlung von Kandinsky und Münter steht die Gegenüberstellung von Bildzeugnissen aus verschiedenen Epochen und Kulturkreisen in Vordergrund, wie sie sowohl im Almanach als auch in der privaten Sammlung Kandinskys und Münters zu beobachten ist. Die Werke aus der Sammlung der beiden Künstler – süddeutsche Votivtafeln, russische Bilderbogen, Kinderzeichnungen und außereuropäische Kunst – werden hier erstmalig dem Publikum vorgestellt.

Da die Stiftung ihren Sitz im Lenbachhaus hat, bietet sich eine enge und fruchtbare Zusammenarbeit zwischen beiden Institutionen in Form von Forschungsprojekten, Ausstellungen und Dauerleihgaben von Kunstwerken der Stiftung an das Lenbachhaus an. Im Rahmen der Ausstellung „Kunst ist schön“ wird mit Unterstützung des Dörner Instituts ein Projekt zur Untersuchung der Maltechnik Gabriele Münters begonnen, dessen Ergebnisse in einer Publikation der Stiftung und einer Ausstellung im Münter-Haus vorgestellt werden.

Ein weiteres wichtiges Forschungsvorhaben der Stiftung ist die Vorbereitung des Werkverzeichnisses der Gemälde Münters. Darin sollen sämtliche Ölgemälde der Künstlerin mit Angaben zur Provenienz, Ausstellungen und Literatur dokumentiert werden. Die Lokalisierung der aktuellen Standorte der Werke bildet dabei eine nicht unwesentliche Hürde, da sich der größte Teil davon in Privatbesitz befindet.

Isabelle Jansen ist Kuratorin und Geschäftsführerin der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung.

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